Gutes Recording ist immer die Basis für alles Weitere, was zu einer professionellen Produktion führen wird. Gleich danach kommt das Editing. Bevor man sich mit Plugins und Automation auseinandersetzt, muss erstmal das aufgenommene Material bearbeitet werden. Auch wenn dies für viele eine eher langweilige und manchmal sogar Nerven zährende Aufgabe darstellt, ist es absolut unverzichtbar.
Was passiert alles im Editing?
Erstmal werden Fehler beseitigt. Auch in der besten Aufnahmesituation passieren Fehler. Selbst wenn sie nicht allzugroß erscheinen, sie müssen unbedingt beseitigt werden, bevor mit dem Mix begonnen werden kann. Denn hier wird alles deutlich lauter und damit auch auffälliger als vorher. Spätestens beim Einsatz von Kompressoren werden auch kleine Fehler, die vorher gar nicht so aufgefallen sind, plötzlich deutlich hörbarer und beginnen zu stören.
Außerdem werden Midi Spuren in Audio Spuren umgewandelt, Vocal Editing und Drum Editing durchgeführt. Gerade das Editieren von mehrspurigen Schlagzeugaufnahmen erfordert ein hohes Maß an Genauigkeit.
Tip für den Umgang mit Midi Spuren:
Es ist immer ratsam, Midi Spuren in Audio Spuren umzuwandeln. Ein guter Mix erfordert heute ein hohes Maß an Präzision, das ist mit Midi Spuren als Basis kaum zu gewährleisten.
Effekte über das Editing
Editing ist mehr als nur Fehlerkorrektur oder Anpassung, Editing kann auch kreativ benutzt werden. Zum Beispiel beim Bauen von Effekten. Es ist nicht notwendig immer irgendwelche Plugins zu bemühen. Viele kreative Effekte können bereits im Editing gebaut werden. Beispielsweise der reversed Reverb Effekt am Anfang von Vocals, der gerade in Einstiegsphasen sehr beliebt ist. Natürlich gibt es hierfür auch Plugins die das erledigen können. Allerdings erzeugen solche Plugins meist ziemlich hohe Latenzen und sind weniger präzise als die Arbeit von Hand.
Man kann sich vieles an Automation ersparen, wenn die Arbeit mit Clip Gain sauber erledigt wird. Doch auch hier können Effekte bereits im Editing gesetzt werden. Oder habt Ihr schonmal drüber nachgedacht, ob wirklich jedes Delay auch aus einem Delay Plugin kommen muss? Kann ein Stotter Effekt nicht auch selbst gebaut werden? Das hat eine ganz andere Klangästhetik und ist manchmal deutlich präziser als das beste Delay Plugin.
Editing ist nicht nur wichtig und entscheidet wie gut alle nachfolgenden Bearbeitungen funktionieren werden, es ist auch ein weiterer kreativer Arbeitsschritt in Eurer Songproduktion. Dieser Bearbeitungsschritt benötigt eine Menge Wissen und Erfahrung und wird von den meisten unerfahrenen Musikschaffenden falsch angegangen und umgesetzt.
Solltet Ihr diese Arbeit selbst erledigen wollen, hätten wir aber eine ganz dringende Bitte: Wenn Ihr schneidet, setzt immer Crossfades! Sonst zerstört Ihr womöglich noch Euer Ausgangsmaterial und erhöht damit deutlich die Nachbearbeitung und Verbesserung Eurer Fehler. 😉







