Das klassische Stereo Mastering ist eigentlich jedem bekannt. Man exportiert das DAW Projekt in ein Stereo File, sendet es an das Mastering Studio des Vertrauens und erhält ein gemastertes Stereo File zurück. Ist der zugrunde liegende Mix ausgeglichen und gut genug, kann ein Mastering Engineer hervorragende Ergebnisse erzielen. Doch was ist, wenn der Mix noch Potential nach oben hat? Was ist, wenn beispielsweise die Drums noch eine Parallelkompression benötigt hätten um druckvoller zu klingen? Was passiert, wenn sich die Vocals im Mix noch nicht optimal durchsetzen und noch etwas Bearbeitung gebraucht hätten? Dann kann man im Stereo File nichts mehr machen und muss mit dem Material arbeiten was vorliegt. Die Lösung wäre hier ein Stem Mastering.
Was sind Stems?
In einem professionellen Mix werden etliche Gruppen angelegt. Dabei entstehen Hauptgruppen für die jeweiligen Instrumentierungen und Vocals. Ein Beispiel würde wie folgt aussehen:
- Drums
- Bass
- Synths
- Gitarren
- Vocals
- Chor
Solche Hauptgruppen nennt man nach dem Export aus der DAW Stems.
Natürlich kann man Gruppen bzw. Stems auch anders anlegen, erweitern oder gar reduzieren. Wichtig ist nur, dass die Hauptgruppen wie Rhythmus, Melodie und Stimmen gesondert vorliegen.
Hinweis: Stems sind übrigens auch perfekt dafür geeignet, sie zum remixen zur verfügung zu stellen. In diesem Fall sollten allerdings mehr Stems angelegt werden und vor allem wichtige Elemente gesondert exportiert werden. Hast du in deinem Song beispielsweise eine prägnante Synth Line, solltest du sie nicht mit anderen Elementen in ein Stem zusammenlegen.
Wie sieht Stem Mastering also in der Praxis aus?
Statt einem einfachen Stereo File zieht die oder der Mastering Engineer alle vorliegenden Stems in die Mastering DAW. Wir verwenden hierfür Steinberg Wavelab. Nachdem die Stems direkt aus dem fertigen Mix exportiert wurden, kann man sich gleich einen ersten Eindruck verschaffen wie der Mix in sich funktioniert. Anschließend stehen mehr Eingriffsmöglichkeiten zur Verfügung und man kann die einzelnen Stems nochmal nachjustieren, bis das Mastering auf der Summe, also dem Stereo Kanal stattfindet. Ist man mit dem Ergebnis zufrieden, exportiert man ein Stereo File und freut sich auf eine zufriedene Kundin bzw. einen zufriedenen Kunden.







