Im Produktionsalltag von Vocals begegnen uns immer wieder die gleichen Fragen:
Welches Mikrofon ist das Beste?
Brauche ich einen Mikrofon Vorverstärker?
Welcher Compressor ist der Beste für Vocals?
Wie macht man den Sound von XY?
usw.
Sehr viele Menschen sehen sich bei YouTube Videos an, wie ihr jeweiliger Lieblingsstar seine Stimmaufnahmen vorgenommen hat und welches Equipment verwendet wurde. Anschließend will man sich natürlich die gleichen Geräte und Plugins zulegen, um dann genauso gut zu klingt wie das eigene Idol. Dieser Fehler ist sehr weit verbreitet und um ganz ehrlich zu sein, auch wir haben diesen Fehler am Anfang gemacht. 😉 Zu Beginn der musikalischen Arbeit fehlt es eben noch an Kompetenz und Erfahrung.
Warum Vocal Editing der Schlüssel zum Erfolg ist und dennoch kaum jemand darüber spricht.
Zu Beginn der Musikproduktion fehlt erstmal das nötige Know-How. Schnell ist man bei YouTube und sieht sich Tutorials an oder sucht auf einschlägigen Musikplattformen Ratgeber für das nötige Equipment etc.
Doch leider spricht kaum jemand über die tatsächliche Arbeit damit. Denn das bringt weniger Klicks. Für viele ist es deutlich interessanter, wenn über tolle Geräte diskutiert wird, statt über vermeindlich langweiliges Editing. Natürlich liegt das auch ganz im Interesse der Hersteller, denen der Algorithmus ziemlich in die Karten spielt und natürlich immer die Inhalte mit den meisten Klicks vorschlägt. Das sind fast immer Inhalte zu Equipment egal welcher Art.
Dabei spielt das Equipment eine deutlich geringere Rolle als erwartet. Wir haben heute extrem leistungsstarke Computer und DAWs wie Cubase, Logic, usw. die über unfassbar viele Bearbeitungsmöglichkeiten und Plugins verfügen. Davon konnte man früher nicht mal träumen.
Das Ausgangsmaterial ist die Basis von allem. Das ist kein leerer Satz sondern von elementarer Wichtigkeit. Alles beginnt mit der Aufnahme. Vor der Frage welches Equipment dabei zum Einsatz kommen soll, muss man sich mit der Aufnahmesituation auseinandersetzen. Das teuerste Mikrofon nutzt gar nichts wenn der Aufnahmeraum eine Katastrophe ist. Allerdings ist es durchaus möglich, auch mit einem günstigen Mikrofon hervorragende Ergebnisse zu erzielen, wenn die Räumlichkeiten gute Recordings ermöglichen.
Auch das Audio Interface spielt eine geringere Rolle als erwartet. Denn nahezu alle modernen Interfaces sind heute in der Lage gute Ergebnisse zu erzielen. Compressoren, EQs oder ähnliche Bearbeitungen sollten nur wenig bis gar nicht in der Rohversion, also der reinen Aufnahme, stattfinden. Dazu benötigt es einiges an Erfahrung und auch eine genaue Vorstellung vom Endergebnis, sonst hat man im schlimmsten Fall die Aufnahme zu stark bearbeitet und hat somit Probleme bei der Nachbearbeitung, der Postproduction.
Also ist es am Besten, einfach nur eine möglichst saubere Aufnahme zu fabrizieren und sich zu diesem Zeitpunkt noch keine Gedanken um irgendetwas anderes zu machen. Die Performence der singenden Person ist das Wichtigste.
Was genau passiert beim Vocal Editing?
Liegt ein gutes Recording vor, beginnt man zunächst mit dem Bearbeiten der Zwischenräume, also den Pausen. Hier werden Nebengeräusche entfernt und Fades gesetzt. Anschließend werden händisch kleine Unregelmäßigkeiten in der Tonhöhe korrigiert. Dabei kommen entweder DAW interne Tools zum Einsatz oder Produkte wie beispielsweise Celemony Melodyne. Wichtig ist hier, die Natürlichkeit der Performence zu erhalten und keine hörbaren Korrekturen zu fabrizieren. Zu guter Letzt wird die Lautstärke einzelner Passagen, die Atmer angeglichen, sowie die Sibilanten (S-Laute) und Plossivlaute (P, T, K) in der Lautstärke angepasst. So hat der Deesser weniger Arbeit zu leisten und es entsteht ein homogeneres Ergebnis.
Das alles klingt so als wäre es in wenigen Minuten erledigt, doch dem ist nicht so. In Vocal Editing kann sehr viel Zeit investiert werden und es benötigt einiges an Erfahrung, gewissenhaftem Arbeiten und Geduld, um ein professionelles Ergebnis zu erreichen. Gerade wenn Störungen, Knackser oder ähnliches entfernt werden müssen, kann es durchaus etwas aufwändiger werden. Doch all das unterscheidet eine High-End Produktion von einer Amateur Produktion.
Zuletzt sei noch erwähnt, dass Vocal Editing in ganz seltenen Fällen auch gewisse Restaurationsarbeiten nötig machen kann. Stell dir vor, du gehst deine alten Dateien durch und entdeckst den Vocal Take deines Lebens, stellst aber fest, dass einige Störgeräusche darin enthalten sind, die eine Weiterverarbeitung in deiner Produktion unmöglich machen. In solchen Fällen kann der Profi mit der Zuhilfenahme von speziellen Tools und einer Menge Geduld erstaunliche Ergebnisse ausarbeiten.







